Angebaut wurde die Rübe (Beta vulgaris) schon vor über 2.000 Jahren in Griechenland. Von dort breitete sich der Anbau über ganz Europa aus. Bis in das 18. Jahrhundert diente sie als Gemüsepflanze. Die Entdeckung der Rübe als Zuckerquelle 1747 durch Andreas Marggraf führte dazu, dass Anfang des 19. Jahrhunderts damit begonnen wurde, Varianten mit hohem Zuckergehalt zu züchten. Heutige Zuckerrüben haben einen Zuckergehalt von 18-20%.
Die Zuckerrübe wird als Rohstoff für die industrielle Zuckerfabrikation angebaut. Die Zuckerausbeute beträgt knapp 16 % der eingesetzten Rübenmasse. Ein weiteres industrielles Nebenprodukt ist die Melasse, ein mit etwa 4 % der verarbeiteten Rübenmasse anfallender, entzuckerter, aber noch immer stark zuckerhaltiger und nährstoffreicher Sirup. Das Blätter des Rübenkrautes ähneln denen des Blatt-Mangoldes und können wie dieser als Blattgemüse verwendet werden.
Die durch die Zuckergewinnung ausgelaugten Rübenschnitzel besitzen immer noch einen hohen Zuckeranteil und enthalten ausserdem Eiweiss, weshalb sie als Futtermittel besonders für Wiederkäuer verwendet werden können. Für Milchvieh sind die Rückstände aus Zuckerrüben sehr gut verdaulich, so dass man pro Tag und Tier, bei sonst zuckerarmer Fütterung, bis zu 2 kg Trockenmasse (entspricht 8 bis 10 kg Frischmasse) Zuckerrüben in die Tagesration integrieren kann.
Neben der Verwendung als Tierfutter werden Zuckerrüben vermehrt als nachwachsender Rohstoff z.B. zur Gewinnung von Bioethanol verwendet. Ebenso zeichnen sich Zuckerrüben als energiereiches und schnellvergärbares Substrat für die Erzeugung von Biogas aus.