Heute schon geflucht? Heimlich und verwegen in Gedanken oder lauthals inbrünstig? Wer benutzt es nicht, dieses lebensnotwendige Ventil mit Wörtern, die nichts dafür können, dass sie anders benutzt werden – denn was kann die ‚Sau‘ dafür ... ‚Geht mir am Arsch vorbei’ wäre um Welten zu vulgär gewesen, als Marie Antoinette mit einem schnöden, hochnäsigen ‚Sollen sie doch Kuchen essen‘ kontra gab. Heutzutage scheint ein ‚Fuck‘ oder ‚Bitch’ gang und gäbe, wie in der Netflix Serie Beauty in Black auf die Spitze getrieben.
Mit Kraft- oder Schimpfwörtern spielt hier eine bittersüsse Symphonie: Die gerahmten weissen und schwarzen Zuckerzylinder zeichnen grafische, geheimnisvolle Muster oder gar anmutende Sternbilder – und dürfen auch als solche gesehen werden. Sie schreiben aber reale Wörter in der für viele Menschen unbekannten Schrift Braille. Die Zuckerstücke formen keine süssen und netten Wörter, sondern Schimpfwörter, die niemand gerne hört, aber wohl schon gebraucht hat – süsse Flüche und bittere Beleidigungen in verschiedenen Sprachen.
‚Bittersweet Symphony‘ kann verschieden präsentiert werden – als Sprechblase, als Schimpfwand, als fluchender Raum, als Duo ...