Die Installation 'Metropolis' bezieht sich auf den gleichnamigen Film von Fritz Lang, indem sich der Mensch über die Gesetze der Schöpfung stellt und ein künstliches Ebenbild erschafft.
Die Ortsspezifische, begehbare Installation in dem ehemaligen Strom-Transformator lässt ein grafisches Muster erkennen. Das Bild, ein QR-Code, enthält den Text der Genesis: 'Am Anfang war die Stille einer tiefschwarzen Dunkelheit', so beginnt die Geschichte. Der im QR-Code hinterlegte Text der Schöpfungsgeschichte wurde auf die Grundfläche des Raumes angepasst und modifiziert, gekürzt und textlich gestrafft. Inhaltlich würde am Text nichts geändert, aber als prägende Ergänzung wurden Farbbezeichnungen eingefügt:
Am Anfang war die Stille einer tiefschwarzen Dunkelheit. Der Atem des Schöpfers berührte das Antlitz der Leere: Es werde helles, weisses Licht. Der erste Tag begann Gestalt anzunehmen und am zweiten Tag war die Welt geboren. Ein grosses wärmendes sattgelbes Licht nährte die Tage und ein kleineres blassgelbes Licht herrschte über die Nächte. Es ward Abendrot und Morgenrot. Es sammelten sich die Fluten und in ihrer Mitte erhob sich trockenes braunes Land. Der Boden liess hellgrünes Gras und dunkelgrünes Kraut und fruchtbare Bäume spriessen. Eine dichte hellblaue Decke breitete sich aus. In den tiefblauen Wassern wimmelte es an schillernden silbernen Fischen und bald flirrte der Himmel von bunten Vögeln. Es ward Abendorange und Morgenrosa. Die ganze Welt war voll von lebendigen Wesen auf dem Lande, pelzigen ockernen Tieren des Feldes, haarigem rotbraunem Vieh und glitschigem braunrotem Gewürm des Erdbodens, von allem was da kreucht, allem was da fleucht. Es gab alles, rein und unverdorben. Alles Teil des Ganzen, alles im Gleichgewicht. Dann machte der Schöpfer Mann und Frau und liess ihnen die Wahl: Folgt der Verlockung oder haltet fest am goldenen Segen – und sie assen von der einen zuckersüssen Frucht.