Das Werk Schmirgel steht stellvertretend für eine Fotostrecke von 100 s/w Aufnahmen von verschiedenen Spuren.
Schmirgel besteht aus dem Mineral Korund (Aluminiumoxid) mit Beimischungen anderer Mineralien wie Magnetit (Eisenoxid) und Spinell (Magnesium-Aluminiumoxid). Korund ist mit einer Härtestufe von 9 das härteste Mineral nach dem Diamant. Schmirgel findet sich als natürliches Gesteinsvorkommen vor allem auf der Insel Naxos. Es gibt kaum einen Ort auf der Welt, an dem dieses aussergewöhnlich harte Mineral in so reiner Form auftritt und schon seit Jahrhunderten abgebaut wird. Der Schmirgel ist schon von den ersten Bewohnern von Naxos genutzt worden und hat für die frühe und ausserordentliche kulturelle Entwicklung der Insel aufgrund seiner Bedeutung für die Marmorbearbeitung und als Exportgut eine besondere Rolle gespielt. Seine Glanzzeit hatte der Schmirgelabbau zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Nach dem Zweiten Weltkrieg verlor der Schmirgel aufgrund der Einführung technischer Schleifmittel aber stark an Bedeutung. Zwar wird noch immer Schmirgel auf Naxos abgebaut, die traditionellen Schmirgelminen sind teilweise noch in Betrieb, allerdings wird der naxiotische Schmirgel kaum noch verwendet, seit der Entwicklung des technischen Korunds hat er seine Bedeutung verloren.
Als Schleifmittel sowie zum Bohren und Sägen harter Gesteine wurde Schmirgel lange Zeit eingesetzt. Je nach Verwendungszweck wurde das gepulverte Rohmaterial in Wasser oder Öl geschlämmt. Dadurch waren verschiedene Korngrössen voneinander trennbar, die verschiedene Arten des Arbeitens mit dem Schmirgel ermöglichten. Als in Kleinasien weitere Schmirgellager entdeckt wurden, bekam die Gewinnung auf Naxos zusätzliche Konkurrenz. Die Glasschleiferei griff in vergangener Zeit jedoch weiter auf den Schmirgel von der Insel zurück. Als Handelsbezeichnung für den Schmirgel gab es die Namen Emeril und Emery, womit auf eine regionale Bezeichnung und den Namen des Bergwerks auf Naxos Bezug genommen wird. Griechisch heisst das feinkörnige Gemenge: smyris; auf italienisch smeriglio, daher der Name: Schmirgel.
Neben echtem Schmirgelpapier ist der Begriff noch als Synonym für Schleifpapier weithin gebräuchlich, auch wenn dieses keinen Schmirgel enthält.