Der Raum zwischen den Ausstellungsräumen der Neuen Galerie in Innsbruck wird bespielt und wird dadurch sichtbar.
Ursprungsmotiv: Schutzbild/Malerei an der Jagdhütte Schwarzbrunn
Seit frühester Zeit gehört es zu den Zielen künstlerischer Darstellungen, dem göttlichen Gedanken einen Ausdruck zu geben. Die Kunst stand lange im Bereich des Magischen und von den prähistorischen Höhlenmalereien bis hin zu den kunstvoll gestalteten Heiligendarstellungen. Diese Spuren der Religiosität und das Bedürfnis nach Schutz vor dem Bösen findet man auch an ländlichen Gebäuden in sehr vielfältigen Ausprägungen. Als Ursachen unheilvoller Ereignisse wie Missernten, Umweltkatastrophen, Krankheit und Tod wurden vielfach übernatürliche Mächte, böse Geister und Hexen angesehen. Um die eintretenden Übel und die bösen Gestalten von sich und dem Eigentum fern zu halten, gab es unterschiedliche Vorgangsweisen, die auf die christliche Religion und auch auf den Aberglauben zurückzuführen sind. Die menschheitsgeschichtlich weit zurückreichenden Schutzbräuche waren weit verbreitet und hinterließen sichtbare Spuren an den Bauernhäusern und ihren Nebengebäuden. Das Haus ist der innerste Schutzbereich für den Menschen. Deshalb versuchte man, es nicht bloß gegen Witterungseinflüsse widerstandsfähig zu machen, sondern es auch unter den Schutz höherer Mächte zu stellen, indem man geheiligte Zeichen möglichst sichtbar anbrachte.
Mit minimalen Mitteln entstehen grafische Arbeiten, bei denen Sprache und Typografie immer wieder vorkommen. Mit Spiegelungen und Vergrösserungen, werden neue Bildmöglichkeiten geschaffen. Bei der Intervention in der Neuen Galerie spannt sich eine Serie von Fotografienvwie ein Netz über den Boden zwischen den Räumen. Die Installationen drehen sich um Ideen wie Durchgang, Abgrenzung, Eintreten, Verbinden, Aneinanderreihen, neuen Raum kreieren. Zugleich markieren sie einen Grenzverlauf – der Räume, der Länder, der persönlichen familiären Identität Österreich/Schweiz. Sie definieren und zeigen den bisher kaum beachteten Raum zwischen den Räumen. Dieser muss betreten (oder übersprungen) werden um in den nächsten Raum zu gelangen und sie erweitern den Raum um eine vorher nicht sichtbare Situation.